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Spiritualität, ich bin spirituell. Was bedeutet das?

Spiritualität ist eine Lebensweise und eine Weltansicht. In dem Wort spirituell steckt Spirit. Also Geist. Damit ist weniger ein Schlossgespenst gemeint als das seelische Sein des Menschen. Wir Menschen sind alle so gleich wie verschiedenen und so hat sich auch die Spiritualität in unzählige Möglichkeiten entwickelt. Zwei spirituelle Menschen können komplett verschiedene Ansichten haben. Dennoch gibt es eine traditionelle Spiritualität, welche immer ähnlich definiert wird:

1. Alles dient einem höheren Zweck

Nichts passiert zufällig. Alles hat einen höheren/göttlichen Sinn. Das gilt für die positiven als auch die negativen Erlebnisse und Erfahrungen. Das Göttliche umfasst die seelische Quelle, Gott, das Universum oder ähnliche Bezeichnungen. Diese Urquelle ist allwissend und allumfassend.

2. Die Welt ist eine Illusion und das menschliche Bewusstsein beschränkt.

Das Bewusstsein von einem Menschen basiert immer auf die Erkenntnisse seiner Lebenserfahrungen. Jeder Mensch nimmt die Welt also individuell wahr. Dabei entstehen Täuschungen, Illusionen, “Missverständnisse”. Ängste, negative Erlebnisse und Schicksalsschläge gilt es zu verstehen, um den göttlichen Hintergrund zu erfahren.

3. Leid entsteht durch fehlendes Bewusstsein.

Spirituelle Menschen sind daran interessiert, ihr Bewusstsein ständig zu erweitern. Dadurch das alles aus einem göttlichen Zweck heraus geschieht, gilt es den Sinn hinter dem Erlebten zu verstehen. Verständnis für eine Situation baut Leiden und Schmerz ab. Es folgt eine bedingungslose Akzeptanz. Bedingungslosigkeit ist nur möglich, wenn Wertungen abgebaut sind. Das Göttliche ist wertfrei und damit frei von Leid.

4. “Die Erleuchtung” in der Spiritualität

Kaum ein Wort wird so oft mit Spiritualität in Verbindung gebracht wie die “Erleuchtung”. Um es kurz zu halten: Wer jegliche menschliche Illusionen abgebaut und auf die gesamte Existenz mit göttlichen Blick schaut, also hinter allem wertfrei den Sinn des Seins sieht, der würde als erleuchtet gelten. Ich habe es in Anführungszeichen gesetzt, weil dieses Wort im spirituellen Sinne oft missbraucht wird und letztendlich auch nichts anderes ist als eine menschliche Definierung.

5. Das Leben ist die Schule der Entwicklung

Um der Erleuchtung oder einen ähnlichen Zustand näher zu kommen, gilt es sich stets geistig und menschlich weiterzuentwickeln. Das Leben selbst als eine Schule zu betrachten. Daher wird die Erde auch häufig als ein “Lernplanet” betitelt. Alles, was dem Menschen widerfährt, gilt es als Aufgabe zu sehen, um sich spirituell auf die nächste Bewusstseinsstufe zu begeben. So fern es sich definieren lässt, ist die Endstufe das göttliche Sein/die Erleuchtung.

6. Spiritualität praktizieren

Um Erkenntnisse zu erlangen, braucht es sowohl das theoretische Wissen als auch die praktische Umsetzung. Meditation, Orakel und ähnliche Methoden dienen einzig dem Zweck, die Illusionen (Angst, Schwierigkeiten, Schicksalsschläge.) zu durchschauen und sich mit dem geistigen Hintergrund möglichst wertneutral befassen zu können. Es gilt sich einer dauerhaften Selbstreflexion zu unterziehen.

7. Dankbarkeit und Demut gegenüber allem was ist

Wie bereits erwähnt, gibt es im spirituellen Sinne keine Zufälle und der Sinn des Lebens ist beständige Entwicklung. Umso mehr Entwicklung und Verständnis stattgefunden hat, umso größer wird die Dankbarkeit und die Demut gegenüber allem was ist, war und sein wird.

Zusammenfassung und meine Spiritualität

Wer sich mit spirituellen Glaube und dem Hintergrund befasst, übernimmt Verantwortung für sich selbst. Die Aufgaben des Lebens als eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung zu sehen und dem ganzen mit Dankbarkeit gegenüber zu treten, auch wenn es eventuell nicht dem entspricht, was der menschliche Verstand erwartet hat, sorgt für einen inneren Frieden.

Ich habe durch das bewusste Erfahren meiner Spiritualität mein Leben komplett verändern können. Früher war ich ein sehr pessimistischer Mensch. “Mein Schicksal” kam mir unfair vor. Ich fühlte mich als Opfer. Ich dachte schlecht über das Leben, die Menschen und mich. Eine persönliche Entwicklung konnte nur stattfinden, weil ich bereit war, die Verantwortung für mein Sein zu übernehmen. Die Gefühle, die Gedanken und schlussendlich auch die Taten definieren die Wahrnehmung auf die Welt. Das Leben schuldet uns nämlich erstmal überhaupt gar nichts. Während ich früher neidisch auf die vermeintlich leichten Lebensläufe meines Umfelds war, bin ich heute dankbar für jede Erkenntnis, jede Schwierigkeit und jede Erfahrung, die mir mein Leben geboten hat.

Diese Persönlichkeitsentwicklung brauchte sehr viel Zeit und Durchhaltevermögen. Selbstreflexion kann wehtun. Sich bewusst werden, dass die Negativität ihren Ursprung in “falschen” Erwartungen an das Leben hatte, kann schmerzen. Die möglichen Fehler bei sich selbst zu sehen, ist unschön, aber notwendig, wenn man sie nicht immer wiederholen möchte. Das eigene Verhalten zu verändern – ohne zu wissen, welche Folgen es nach sich zieht – kann Angst machen. Es ist ein Prozess. So wie das Leben ein dauerhafter Entwicklungsprozess ist. Es ist konstante Veränderung und dafür bin ich dankbar.

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